Facebook und tschüss!

Die Chronikeinstellungen vom Sozialen Netzwerk Facebook stößt bei manchen “Digital Natives” schwer auf. Wem die Magenbeschwerden zu groß werden, der bekommt jetzt Abhilfe. Das Rezept heißt “Abmelden!” Aber wie geht das? Der Stern berichtet ausführlich in seiner neuesten Ausgabe über den Weg aus dem Datenmoloch. Dabei wird unterschieden zwischen “Profil zeitweise deaktivieren” oder “Profil löschen”. Genaueres hier!  Loggt man sich in den ersten 14 Tagen wieder ein, gilt die Löschung  als widerrufen. “Nach dieser Frist dauert es noch einmal weitere 90 Tage, bis die Daten auch wirklich gelöscht sind”, so Stern Redakteur Christoph Fröhlich. Wer bleiben will, der sollte mal über eine Chronik Säuberung nachdenken, mehr dazu hier!

Medienstudie JIM 2011 ist online!

Trotz der großen Auswahl an Medienangeboten und der Präferenz für elektronische Medien wissen Jugendliche auch „alte“ Medien zu schätzen: 44 Prozent der Jugendlichen lesen regelmäßig Bücher und 42 Prozent Tageszeitungen. Das alles kann man nachlesen in der neuen JIM Studie 2011.

Auf die Frage, welchem Medium sie bei widersprüchlicher Berichterstattung am ehesten glauben würden, schenken die Jugendlichen zu 40 Prozent der Tageszeitung das größte Vertrauen. 29 Prozent entscheiden sich für das Fernsehen und 16 Prozent für das Radio. Trotz der hohen Alltagsrelevanz des Internets, entfallen bei dieser Frage hierauf nur 14 Prozent der Nennungen.
Die Studienreihe JIM wird vom Medienpädagogischen Forschungsverbund Südwest seit 1998 in Zusammenarbeit mit dem Südwestrundfunk durchgeführt. Die repräsentative Studie bildet das Medienverhalten der Jugendlichen in Deutschland ab. Für die Befragung wurden ca. 1.200 Jugendliche zwischen 12 und 19 Jahren im Frühsommer 2011 telefonisch befragt. Neben Daten zur Internetnutzung enthält die JIM-Studie Angaben zum Freizeitverhalten und Themeninteressen sowie Mediennutzungsdaten zu Fernsehen, Radio, Büchern, Computerspielen und Handy.

Kontrolle im Netz, Eltern wollen doch nur das Beste oder?

Ist das alles zum Wohle der lieben Kleinen? Das Internet Security Unternehmen BullGuard hat eine Umfrage unter 2000 britischen, internetaktiven Eltern gestartet.  Dabei kam Erstaunliches zu Tage. 39 Prozent nutzen die “Wall” in Facebook, um zu sehen, wer ihren Schützlingen Nachrichten hinterlässt, und 29 Prozent sehen die Fotoalben ihrer Kids durch.

Da stellt sich die Frage, was motiviert die Eltern das zu tun? Über 30% geben zu, überfürsorglich zu sein und nur so mitzubekommen mit wem Ihre Kids so verkehren. 16% der Eltern haben einen Freundestatus, aber auch bei 30% ist die Freundschaftsanfrage von ihren  Zöglingen abgelehnt worden. Na das lässt doch hoffen ;-)

Ist es eigentlich auch bei Eltern in Deutschland normal, den Ordner ihrer Kinder “Gesendet Emails”  zu sichten? In GB machen das 23%! Es gibt elterliche Sorgen nicht nur um das Wohlbefinden, sondern auch um mögliche Viren, die an den Mails hängen könnten. Aber das Grundproblem, dass sich aus dieser Studie herauslesen lässt heißt Misstrauen!

“Viele Eltern nutzen die Informationsspuren, die ihre Kinder im Internet hinterlassen, aus, um sie zu kontrollieren”, sagt Claus Villumsen, Sicherheitsexperte bei BullGuard.

Es ist gut, dass von den technisch versierten Eltern, mehr als die Hälfte (55%) sich Gedanken über das Nutzungsverhalten ihrer Kinder im Netz machen. Aber sollte es nicht mehr um gemeinsames Erarbeiten von Regeln zur Nutzung von Netzwerken gehen, denn um neugierig im Privatleben der Kinder schnüffeln? Die Studie ist aus England, dass muss ja in Deutschland nicht genauso sein, aber schauen wir mal nach Amerika dann können wir auch die Steigerung dessen sehen: Im Blog Cyberwizard hat der Autor eine Sammlung von Spionage-Tools für Eltern unter dem Motto “Das gläserne Kind” zusammengestellt.

 

Mein Kind hängt an der Online-Nadel! Diagnose surfsüchtig umstritten!

Im neuen Medienmagazin “Scout” der Medienanstalt Hamburg/Schleswig-Holsteinwird das Thema “Diagnose surfsüchtig” kontrovers diskutiert. Laut einer Studie des Hans-Bredow-Instituts liegt der Anteil exzessiver Nutzer unter den deutschen Computerspielern ab 14 Jahren, die „abhängig“ seien bei 0,5 %. Andere Studien sprechen laut Scout von höheren Zahlen. Eindeutige Zahlen und Ergebnisse zur Onlinesucht gibt es nicht. Nach wie vor ist der Begriff „süchtig“ im Zusammenhang mit Internetverhalten bei Wissenschaftlern stark umstritten. “Meistens ist die Sorge jedoch unbegründet, das Surfverhalten allenfalls exzessiv, aber nicht als Sucht zu beschreiben, wie Colette See vom Büro für Suchtprävention der Stadt Hamburg beobachtet hat: Wir müssen die Eltern oft beruhigen, der Suchtbegriff wird inflationär gebraucht.”

Scoutmagazin MA HSH

Cybermobbing ist kein Randphänomen mehr!

Cybermobbing ist kein Randphänomen, sondern weitverbreitete Realität”, konstatiert Dr. Stephanie Pieschl vom Institut für Psychologie der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster. Dabei wurde laut einer repräsentativen Forsa-Umfrage im Auftrag der Techniker Krankenkasse (TK) jeder fünfte betroffene Schüler in NRW im Internet oder per Handy direkt bedroht oder beleidigt. Laut ihrer Studie nutzen 99 Prozent der Befragten das weltweite Netz. Täglich surfen 69 Prozent der nordrhein-westfälischen Schüler länger als eine Stunde im Internet, 63 Prozent sind in sozialen Netzwerken aktiv, 36 Prozent in Chatrooms.

Die Opfer einer Cybermobbing-Attacke sind nicht nur wütend (70 Prozent), verzweifelt (24 Prozent) oder fühlen sich hilflos (22 Prozent), sondern leiden auch unter körperlichen Folgen. Von Schlafstörungen berichten 17 Prozent, Kopfschmerzen nennen 10 Prozent und Bauchschmerzen acht Prozent als Reaktion auf Cybermobbing.

Pressefoto der Techniker Krankenkasse

Für die Forsa-Umfrage wurden in Nordrhein-Westfalen zwischen Mitte März und Anfang April 1.000 deutschsprachige Schüler zwischen 14-20 Jahren telefonisch interviewt.

Ein paar Tipps, wenn man Opfer von Cyber-Mobbing geworden ist, findet ihr hier

Das Internet klärt die Jugend auf!

In den letzten 6 Jahren haben Jugendliche immer weniger TV und Zeitschriften als Aufklärungsmedium genutzt. Es erstaunt nicht, dass das World Wide Web mit seinen Onlineangeboten stetig steigt (um 10% im Vgl. zu 2005). Aber in den totalen Zahlen führen immer noch Zeitschriften und Bücher. Mehr dazu unter BZGA Studie Jugendsexualität

Phantombrummen in der Hosentasche!

Die ARD-Themenwoche “Der mobile Mensch- Netzmobilität mit Suchtpotenzial. Virtualität ersetzt Realität”, so die Schlagworte zu dieser Woche. Die physische Mobilität weicht zunehmend der virtuellen, denn es ist mittlerweile egal, wo man sich auf der Welt befindet: Die Welt wird zum Dorf, Entfernungen spielen keine Rolle mehr. Die Arbeitswelt verändert sich dramatisch: Von Mitarbeitern wird erwartet, überall online zu sein. Und das heißt: immer erreichbar, immer verfügbar.


Dazu gibt es z.B. die Reportage: “Überall und Nirgendwo: Was morgen die Welt bewegt”, am 23. Mai 2011, 21.45 Uhr im Ersten.

Interessant auch eine Radioreportage zum Thema: “Plötzlich offline – Gibt es ein Leben ohne Internet und Handy?” Hier wird berichtet wie zwei Journalisten im Selbstversuch 1-6 Monate ohne Internet und Handy auskommen. Zu Anfang des “Handysabbats” ist es typisch, dass es ein Phantombrummen in der Hosentasche gibt. Jugendliche sollen bei ähnlichen Versuchen schon mal Nachts ihr Display leuchten sehen. – Solange sie dabei nicht Halleluja singen, wird es wohl noch unter normalen Entzugserscheinungen abgebucht. ;-)

Haste nix, dann kopier’ Dir was!

iRights.info und klicksafe.de haben einen neuen Themenschwerpunkt eingenetzt. Er heißt: “Veröffentlichen im Internet – Schutz der eigenen Webseite vor Abmahnungen.
Besonders vorsichtig solltet Ihr laut klicksafe deswegen beim Einbinden folgender Inhalten sein:
* fremde Texte;
* Stadtpläne;
* fremde Cartoons, Grafiken, Logos und Zeichnungen;
* fremde Bilder, Fotos und Collagen;
* fremde Songs und Filme, Ausschnitte davon.

Einbauen?
Foto von hmboo cc

Wie es trotzdem und legal geht, wird von iRights.info-Redakteur Matthias Spielkamp in seinem Text „Fremde Inhalte auf eigenen Seiten“ erklärt. Beim Einbinden von Videos checkt doch mal „Video-Nutzung bei YouTube, kino.to und Co.

Bildungsmarketing bringt die Firmen zu den Kids!

Markenwerbung in Schulen ist in den meisten Bundesländern verboten. Doch eine ganze Branche versucht unter dem Namen des Bildungsmarketings dieses Verbot zu umgehen. Hierzu hat Report Mainz gerade einen interessanten Film präsentiert, den Ihr unter Zielgruppe Schüler anklicken könnt. In diesem TV-Bericht wird auch die “Stiftung Lesen” erwähnt, bei denen Sponsoring in Schulen zum Alltagsgeschäft gehört. Hier ein Beispiel aus dem Thema: Verbraucherbildung in Schulen. Dabei wird mit dem Bankenpartner eine Grenze der versteckten Werbung in Schulen überschritten, wie der Bildausschnitt aus den Unterrichtsmaterialien zeigt.

119 Blogger im Knast!

Am 12. März 2011 fand zum dritten Mal der “Welttag gegen Internetzensur” statt. Der Tag wurde von Reporter ohne Grenzen (ROG) initiiert, um auf die weltweit zunehmende Internet-Zensur und Repressionen gegen Blogger und Internetnutzer aufmerksam zu machen.

„In etwa 60 Staaten zensieren die Regierungen das Internet und verfolgen Internetnutzer. Mindestens 119 Blogger und Online-Aktivisten sind derzeit im Gefängnis, weil sie das Internet genutzt haben, um frei ihre Meinung zu äußern“, so ROG-Generalsekretär Jean-François Julliard. Auf der Liste der „Feinde des Internets“ stehen Birma, China, Kuba, Iran, Nordkorea, Saudi Arabien, Syrien, Turkmenistan, Usbekistan und Vietnam. Diese Staaten greifen in das Internet ein durch massive Filterungen und Sperrungen von Websites, verfolgen systematisch kritische Internetnutzer und instrumentalisieren das Netz für propagandistische Zwecke, heißt es in dem mehr als 100-seitigen ROG-Bericht.
Das vergangene Jahr hielt aber auch viele positive Entwicklungen bereit: Online-Plattformen, Mikro-Blogging-Dienste sowie soziale Netzwerkseiten haben sich als Instrumente des Protestes, politischer Kampagnen und der Verbreitung unabhängiger Informationen etabliert. Siehe dazu auch der Artikel “Egypt goes net” in diesem Blog.

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