1 x Dummphone bitte!

„Hohl aber fair“ oder so ähnlich nennt sich eine wöchentlich wiederkehrende Sendung. Diesmal war das Thema „Immer online!“ auf der Agenda. Eingeladen u.a. der Herausgeber der Fachzeitschrift „Nervenheilkunde“ Herr Prof. S.

In der Facebookgruppe Medienpädagogik schreibt ein Teilnehmer dazu:

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Bei Twitter unter #hartaberfair wird der Inhalt der Sendung auf den Punkt gebracht:

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Prof. S. ist bekanntermaßen nicht unumstritten. Prof. Beat Döbeli Honegger, wirft ihm anlässlich seines neuesten Werkes, eine „tendenziöse Beschreibung bestimmter Sachverhalte und ein selektives, sinnverzerrendes Zitieren aus wissenschaftlichen Studien vor!“ Aber das Thema „Immer online!“ als solches ist sicherlich interessant! Das Scout Magazin hat dazu einen Faktencheck veröffentlich und z.B. gefragt, ob „Internet-User lieber alleine bleiben!“ Und siehe da: „Negative Auswirkungen auf das Sozialverhalten werden durch Internetnutzung kaum bis gar nicht hervorgerufen“ so Appel, Schreiner (2014) In: Digitale Demenz? Mythen und wissenschaftliche Befundlage zur Auswirkung von Internetnutzung. Nein, es geht nicht um verharmlosen, es geht darum die Nutzer_innen selbst zu Wort kommen zu lassen.

Es wurde u.a. bestätigt, dass Jugendliche, die mehr als vier Stunden täglich am Monitor verbrachten, ein anderthalbfach höheres Risiko hatten, abends länger als eine Stunde zum Einschlafen zu brauchen. Das gleiche Risiko teilten die, die unmittelbar vor der Schlafenszeit Computer oder Smartphone nutzten – die blauen Wellenlängen des Monitorlichtes machen uns nämlich munter. Auch Jugendliche, die die digitalen Medien nach Aussage ihrer Eltern übermäßig viel nutzen, leiden deutlich häufiger unter Kopfschmerzen, Konzentrationsschwierigkeiten und Rückenproblemen als Jugendliche mit als unauffällig empfundener Mediennutzung. Quelle: Scout Magazin

Wer mit Kindern und Jugendlichen arbeitet und/oder zusammen lebt, sollte sicherlich die Frage nach Abhängigkeiten von Medien besprechen und vielleicht mal gemeinsam offline sein. Unter handysektor.de gibt es aber auch ganz konkrete Tipps z.B. gegen „Handynacken“:

  • Tablet und Smartphone höher halten
  • Bei längeren Telefonaten Ohr wechseln
  • Wenn möglich Laptop oder PC nutzen
  • Ab und zu in die Ferne schauen
  • Kurze Entspannungsübungen

 

Papa, leg doch mal das Handy weg!

Die ersten Erfahrungen mit Medien machen Kinder in der Regel in ihrer Familie. Je jünger sie sind, desto mehr hängt ihr Medienkonsum noch von den Erziehungsberechtigten ab. Zudem wirkt sich die Digitalisierung der Gesellschaft auch auf den Familienalltag aus.

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Schauhin.info kommt zum Thema „Eltern als Medienvorbilder“ mit folgenden Tipps:

Medienverhalten reflektieren

Reflektieren Eltern ihr eigenes Medienverhalten, empfiehlt es sich auf folgende Punkte zu achten.

Nutzungsdauer und Nutzungshäufigkeit

Am besten beobachten sich Eltern selbst, wie oft sie welche Medien wozu nutzen. Gehen sie beim Essen oder bei Gesprächen ans Handy? Läuft der Fernseher bei anderen Freizeitaktivitäten? Sind Computer oder mobile Geräte ständig auf Empfang? Eine Möglichkeit sich selbst auf die Schliche zu kommen, ist ein gemeinsames Medienfasten, um mit dem Kind Verhaltensweisen zu überprüfen.

Datenschutz

Wenn Eltern ihren Kindern einen sparsamen Umgang mit persönlichen Daten vorleben, hilft diesen das bei der Achtsamkeit. Haben Eltern selbst ein Profil in sozialen Netzwerken ist es hilfreich, die Einstellungen zu überprüfen und genau darauf zu achten, welche Inhalte mit wem geteilt werden. Ratsam ist es überhaupt keine Bilder von Kindern in sozialen Netzwerken zu teilen – zumindest keine auf denen sie erkennbar sind.

Umfeld

Wichtig für Kinder ist auch das Medienverhalten von anderen Geschwistern oder anderen Verwandten, Bekannten und Freunden. Eltern sollten hierauf achten und dieses mit ihrem Kind reflektieren bzw. bei Geschwistern darauf Einfluss üben.

Im Gespräch bleiben und zuhören

Eltern können mit ihrem Kind regelmäßig über Medienthemen und Medienerlebnisse sprechen. Diese Gespräche können Eltern für verschiedene Perspektiven der Medienerziehung nutzen:

Regeln vereinbaren

Im regelmäßigen Austausch können Eltern auf Augenhöhe mit ihrem Kind Regeln zur Mediennutzung vereinbaren und diese auf ihre Alltagstauglichkeit überprüfen.

Regelmäßig informieren

Medien entwickeln sich rasant weiter. Hier gilt es, sich häufig darüber zu informieren, um auf dem Laufenden zu bleiben. Hierzu empfehlen sich folgende Anlaufstellen und Angebote:

  • Ratgeber zur Medienkompetenz von Kindern wie SCHAU HIN! oder Klicksafe und weiteren medienpädagogischen Initiativen
  • Allgemeine Beratungsstellen zur Erziehung
  • Kurse zur Medienkompetenz von Eltern etwa Elternmedientrainings von Landesmedienanstalten, Volkshochschulen, Kommunen oder anderen Trägern der Elternarbeit

Urheberrecht und CC Lizenzen

Das Internet-ABC Portal hat einen Schwerpunkt mit Fragen und Antworten zu den rechtlichen Aspekten von Text, Film, Bild und Multimedia-Inhalten im Unterricht und zu Hause mit Unterstützung von irights.info zusammengestellt. Alle Infos findet ihr hier: Urheberrecht in der Schule oder hier:  Urheberrecht für Eltern

Klicksafe hat ebenfalls eine umfangreiche Seite zusammengestellt

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Wichtig bei aller „Uhr-Heberei“ ist der Begriff Creative Commons Lizenz. Dadurch können Nutzer weltweit – aber auch Suchmaschinen und Browser – genau erkennen, was mit den so markierten Film, Bild und Multimedia-Inhalten geschehen darf und was nicht. Die Klärung dieser Frage bedarf also nicht mehr für jede einzelne Nutzung einer direkten Kommunikation zwischen Rechteinhaber und Nutzer.

Quellenangabe wäre dann z.B.: „Sofern nicht anders angegeben, stehen die Texte dieser Seite unter einer Creative Commons Namensnennung 3.0 DE Lizenz“ oder auch CC BY 3.0 mit dem Link zur CC Lizenzseite und der Angabe des Urhebers.

Bei Google könnt ihr z.B: die Nutzungsrechte so einstellen, dass nur noch Bilder erscheinen, die frei zunutzen oder weiterzugeben sind.

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Kinder begreifen das Thema dann z.B. in einem Internet ABC Lernmodul.

Geflüchtete & Medienprojekte

Die GMK (Gesellschaft für Medienpädagogik und Kommunikationskultur) stellt die Ergebnisse ihrer Mitgliederbefragung für Medienprojekte vor:

Mobile Medien nehmen im Alltag von Flüchtlingen wichtige Organisationsfunktionen ein. Digitale Medien sind insofern für Flüchtlinge bzw. Geflüchtete als Identitäts-, Erinnerungs- und Kommunikationswerkzeuge unentbehrlich. Zudem bieten Medien eine stabilisierende Funktion: Sie begleiten die Flüchtlinge bei ihrem Ankommen im Aufnahmeland und bieten ihnen erste Orientierung. Diverse Hilfestellungen, etwa Übersetzungs-Apps oder Navigationssysteme, erleichtern zudem das Zurechtfinden in der neuen Umgebung.
Gleichzeitig weisen neueste Studien darauf hin, dass ein kompetenter Umgang mit digitalen Medien keineswegs selbstverständlich ist. So zeigt die Untersuchung von Kutscher und Kreß (2015) zum Medienumgang von unbegleiteten jungen Flüchtlingen, dass kaum Kenntnisse über Datenschutz oder nicht-kommerzielle Unterstützungsangebote vorhanden sind.

Die aktuelle GMK Umfrage zeigt deutlich, dass die medienpädagogische Arbeit mit Geflüchteten bisher noch am Anfang steht. Zugleich gibt es einige Projekte, die zeigen, wie sich medienpädagogische Praxis in der Zusammenarbeit mit Flüchtlingen gestalten kann:

Beispiele von medienpädagogischer Flüchtlingsarbeit:

  • Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) – Informationen rund um das Thema Flucht: Link
  • lkj Sachsen-Anhalt e.V. – E-Book „Menschenrechte und Flucht“: Link
  • ALEX Berlin – Refugee Radio: Link
  • medien+bildung.com, Ludwigshafen – Blog von Flüchtlingen für Flüchtlinge: Link
  • Gallus Zentrum Frankfurt – Kino für Geflüchtete: Link
  • Medienprojekt Wuppertal – Filme rund um das Thema Flüchtlinge, interkulturelle Themen: Link

Bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der medienpädagogischen Einrichtungen sind eine hohe Bereitschaft und ein kreatives Potenzial vorhanden, die Arbeit mit Flüchtlingen zu unterstützen.

U.a. werden folgende Maßnahmen vorgeschlagen:

  • Bereits vorhandene Aktivitäten sind zu bündeln und sichtbar zu machen, damit andere aus den Good-Practice-Beispielen lernen können.
  • Multiplikator/-innen (Erzieher_innen, Sozialarbeiter_innen, …) sollten medienpädagogisch und interkulturell geschult werden, damit medienpädagogische Aktivitäten in die Breite getragen werden können.
  • Um die Sprachprobleme zu reduzieren, wäre es u.a. hilfreich, Flüchtlinge, beispielsweise im Rahmen eines Freiwilligen Sozialen Jahres, in die medienpädagogische Arbeit mit Geflüchteten einzubeziehen.

Vollständige Pressemitteilung der GMK: hier

Hetze in Sozialen Netzwerken widersprechen!

Was können die Nutzerinnen und Nutzer sozialer Medien gegen Hetze und menschenverachtende Postings in sozialen Netzwerken tun? Der Beitrag von Schuberth/Dupski bei digitale-chancen.de, regt zum Nachdenken über ein Problem an, dem auch aus der Internet-Community heraus begegnet werden sollte.

Es gibt z.B. die – NO HATE SPEECH MOVEMENT – eine europäische Kampagne, die Jugendlichen bewusst macht, Hass-Parolen zu widersprechen. Dazu gibt es auch zahlreiche „Refugee Welcome“ Kampagnen bei Facebook wie z.B. diese hier. Auch die Kolumne von Lobo oder der Flüchtlingsblog „Wir lassen uns das nicht bieten“ bei Spiegel Online sind lesenswert.

Am 09.11. gab es einen besonderen „Hart aber Fair-Talk“, der den Helfer_innen aus Vereinen, Feuerwehr, Polizei oder Verwaltung das Wort erteilt. Spiegel Online spricht von einer kleinen TV-Sternstunde. Helfer Michel aus Berlin, der sich in seiner Freizeit in einem Flüchtlingsheim engagiert, sagt: „Der Staat kann und soll es nicht alleine hinkriegen.“

Eltern suchten (von Sucht nicht von Suchen) am Smartphone!

In der diesjährigen „Digital Diaries Studie“ untersuchte AVG, wie sich Smartphones auf das Familienleben auswirken. Die Ergebnisse: 54% finden, dass die Eltern zu häufig ihr Smartphone checken. Nach Aussage der Kids (8-13 Jahre) steigt der Kampf um die Aufmerksamkeit durch das Smartphone. 32% der Kinder sagen, dass die Eltern gleich viel oder mehr Zeit mit ihrem Handy verbingen, als mit ihnen.

„Auf die Frage nach der Nutzung der Smartphones war sich übrigens auch die Hälfte aller Eltern einig, dass sie das Gerät zu häufig nutzen. Fast ein Drittel hatte sogar das Gefühl, dass sie kein gutes Vorbild für ihre Kinder sind, was den Umgang mit Mobilgeräten angeht“. Quelle!

Der Sommer wäre doch optimal zum tageweise Offline sein und mal mit den Kids tagelang durch spielen! Wie wäre es mal mit einem amtlichen „Himmel und Hölle Hüpfspiel„, alles weitere hier

MUT IM NETZ – für mehr Zivilcourage bei der digitalen Kommunikation

Die BERTINI-Initiative MUT IM NETZ – für mehr Zivilcourage bei der digitalen Kommunikation – startet  Projekte mit vier Hamburger Schulen.

Gemeinsam mit Expert_innen sollen Ideen z. B. gegen Cybermobbing und Gewalt in der Kommunikation per Smartphone und Internet von und mit Schüler_innen entwickelt werden. Der Profilkurs Mediengesellschaft des Kurt-Körber Gymnasiums hat dazu einen Seminartag mit dem Titel „Du kannst was bewegen“ gestaltet und dazu Expert_innen von der MAHSH, des LI’s, NDR, TAZ Nord und einige mehr eingeladen. Erste Ergebnisse auf dem Schülerblog. Erste Ergebnisse sind hier bereits zu sehen.
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Ein Projekt der Bundeszentrale für politische Bildung versucht dem Thema Cybermobbing mittels Befragungen auf die Spur zu kommen und es so für Schüler_innen bearbeitbar zu machen.

Screenschot www.bpb.de

Screenschot http://www.bpb.de

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