• scout-magazin

  • Kategorien

  • Advertisements

Urheber was?

Urheberrecht ist neu geregelt!

Seit 01.03.2018 gilt Folgendes (auch für nicht-formale Bildungsseminare):

  • § 60a Unterricht und Lehre (UrhG § 60a i.d.F. 01.09.2017)

(1) Zur Veranschaulichung des Unterrichts und der Lehre an Bildungseinrichtungen dürfen zu nicht kommerziellen Zwecken bis zu 15 Prozent eines veröffentlichten Werkes vervielfältigt, verbreitet, öffentlich zugänglich gemacht und in sonstiger Weise öffentlich wiedergegeben werden

  1. für Lehrende und Teilnehmer der jeweiligen Veranstaltung,
  2. für Lehrende und Prüfer an derselben Bildungseinrichtung sowie
  3. für Dritte, soweit dies der Präsentation des Unterrichts, von Unterrichts- oder Lernergebnissen an der Bildungseinrichtung dient.

(Aus https://www.gesetze-im-internet.de/urhg/__60a.html, amtliche Werke (Gesetze) sind gemeinfrei und können ohne Quellenangaben veröffentlicht werden)

Dieses Kontingent gilt pro Werk für jeweils ein Schuljahr und eine Klasse.

(2) Abbildungen, einzelne Beiträge aus derselben Fachzeitschrift oder wissenschaftlichen Zeitschrift, sonstige Werke geringen Umfangs und vergriffene Werke dürfen abweichend von Absatz 1 vollständig genutzt werden.

Unter Werken geringen Umfangs versteht man:

Sonstige Druckwerke bis max. 25 Seiten Vollständige Nutzung
Filme < 5 Minuten
Musikstücke < 5 Minuten
Musikeditionen/Notenblätter < 6 Seiten (Achtung nicht für Chor AG, sondern nur für Unterricht)
Bilder, Fotos, Abbildungen Vollständige Nutzung
Schulbücher, Arbeitshefte etc. Nie vollständig vervielfältigen

(aus: Bekanntmachung des Ministeriums für Schule und Berufsbildung vom 16.03.15, abgerufen von https://www.schleswig-holstein.de/DE/Fachinhalte/L/lehrer_innen /urheberrecht.html)

auftrag-ausbildung-bibliothek-220326

Eine neue Beschränkung gibt es für Presseartikel. Die Verwendung von Texten oder Abbildungen aus Tageszeitungen oder Zeitschriften ist seit 03/2018 nicht ohne weiteres erlaubt. Tageszeitungen oder Zeitschriften können nur noch im Rahmen des Zitatrechts oder im Umfang von 15% des jeweiligen Artikels genutzt werden. (Aus Berufsverband der Rechtsjournalisten e.V. (o.D.) abgerufen von https://www.urheberrecht.de/schule/)

Das Urheberrecht an Schulen schreibt eine Quellenangabe bei Kopien/Scans vor. Diese muss Autor, Buchtitel, Verlag, Erscheinungsjahr sowie die entsprechende Seite enthalten. (a.a.o) Ansonsten gilt die Zitierregel (auch bei Bildern). Rechtlich einwandfrei ist das Zitieren von Bildern nur, wenn man sich dabei mit dem zitierten Werk auseinandersetzt. Zudem darf das Bild nicht verändert werden. (s. Spielkamp, (2011), abgerufen von https://irights.info /artikel/zitieren-im-www/7007)

§ 60h Angemessene Vergütung der gesetzlich erlaubten Nutzungen

(1) 1Für Nutzungen nach Maßgabe dieses Unterabschnitts hat der Urheber Anspruch auf Zahlung einer angemessenen Vergütung. 2Vervielfältigungen sind nach den §§ 54 bis 54c zu vergüten.

(2) …

(3) 1Eine pauschale Vergütung … genügt.

(4) Der Anspruch auf angemessene Vergütung kann nur durch eine Verwertungsgesellschaft (Gema, VG Wort, …) geltend gemacht werden.

(5) 1Ist der Nutzer im Rahmen einer Einrichtung tätig, so ist nur sie die Vergütungsschuldnerin. …

Die Bundesländer zahlen für die (öffentliche) Zugänglichmachung geschützter Werke (an Schulen) eine Vergütung an die unterschiedlichen Verwertungsgesellschaften.

„Wird eine Urheberrechtsverletzung vorsätzlich oder grob fahrlässig vorgenommen, kann die handelnde Lehrkraft zum Ausgleich des verursachten Schadens in Rückgriff genommen werden.“ (Bekanntmachung des Ministeriums für Schule und Berufsbildung vom 16.03.15, abgerufen von https://www.schleswig-holstein.de/DE/Fachinhalte/L/lehrer_innen /urheberrecht.html)

Urheberrecht bei Filmen

„Zeigen Lehrer Filmewerke im Unterricht, kann dies problematisch aus Sicht des Urheberrechts sein. Denn grundsätzlich ist es nur zulässig, Filmwerke in einem nicht-öffentlichen Rahmen vor miteinander verbundenen Personen vorzuführen. … Unter Experten und Juristen ist es allerdings umstritten, ob auch für einen Klassenverband bzw. Schüler im Allgemeinen diese Vorschrift gilt. Zeigen Lehrer also ein durch das Urheberrecht geschützte Filmwerk im Unterricht, begeben sie sich in eine juristische Grauzone. Solange noch keine eindeutige Rechtsprechung vorliegt, sollten Lehrer auf schulweite oder öffentliche Filmvorführungen verzichten und Aufführungen nur im festen Klassenverband organisieren.“

(Aus Berufsverband der Rechtsjournalisten e.V. (o.D.) abgerufen von https://www.urheberrecht.de/schule/)

Quellen:

https://irights.info/artikel/urhwissg-tritt-in-kraft/28994

http://cloud.irights.info/artikel/uberblick-personlichkeitsrechte-und-cloud-computing/7661

https://irights.info/artikel/zitieren-im-www/7007

https://www.urheberrecht.de/schule/

http://www.urheberrecht.uamr.de/lehre/lehrmaterialien.html

https://www.internet-abc.de/lehrkraefte/praxishilfen/urheberrecht-in-der-schule/

https://www.schleswig-holstein.de/DE/Fachinhalte/L/lehrer_innen/urheberrecht.html

https://www.gesetze-im-internet.de/urhg/__60a.html

Advertisements

Der Geist ist willig, das WLAN schwach!*

*Dieses Zitat aus der Bertelsmann Studie „Monitor Digitale Bildung“ zeigt nur einen Punkt der Digitalisierung an Schulen oder treffender formuliert: „Des Lernens mit und über digitale Medien“, ein großes Thema auch 2018 in Deutschland und Europa. „Schulen sollten sich fragen, wofür digitale Medien in ihrer Situation gut oder schlecht sind und wozu sie diese einsetzen wollen oder auch nicht“, so Jöran Muuß-Merholz in einem Interview. Ende 2017 erschienen zwei weitere Studien bzw. Umfragen, die die Einstellung zur Digitalisierung, die digitale Bildung an Schulen und digitale Kompetenzen in Deutschland zum Inhalt haben. Näheres dazu in einem umfassenden Dossier des Online-Magazins „Innovation+Bildung“ (Verantwortlich: Deutsches Institut für Internationale Pädagogische Forschung)

Bildschirmfoto 2018-01-05 um 09.10.15

Wie viele Lehrer nutzen digitale Lernformen? Quelle: Infografik Bertelsmann Stiftung

Die Ergebnisse der Bertelsmann Studie zur Situation des Lernens mit und über digitale Medien in Deutschland zeigen: Schulleitungen, Lehrkräfte und Schüler_innen sind bereit, sich mit digitalen Medien auseinanderzusetzen und setzen darauf, dass die Digitalisierung die Schule verändern wird. Trotz größerer angekündigter Bundes- und Landespakte beschreibt die Studie aber fünf Knackpunkte, die den Fortschritt noch hemmen:

1. Schule verkennt pädagogisches Potenziale der Digitalisierung
2. Digitalisierung ohne Strategie und Konzept
3. Schlechtes WLAN, mangelhafter IT-Support, unzureichende Weiterbildung
4. Videos sind bei Schülern das beliebteste digitale Lernmedium
5. Digitales Lernmaterial: Am liebsten kostenlos, geprüft und geordnet

Mal raus aus der Theorie und den Studienebenen werfen wir einen Blick in die digitale Praxis in Schule. In  der Konferenz Bildung Digitalisierung, im November 2017 in Berlin zeigten 38 Schulen aus der Werkstatt schulentwicklung.digital, was sie das Jahr über erarbeitet haben.

Bildschirmfoto 2018-01-05 um 09.35.17

Screenshot Konferenz Bildung Digitalisierung, Bild: Phil Dera

Die daraus enstandenen Handlungsempfehlungen und der Konferenzrückblick zeigen viel Einblicke in die Praxis.

Apps und Upps für Kinder

Die klassische Elternfrage: „Woran erkenne ich denn eine gute App für Kinder?“ Um gleich mal auf den Punkt zu kommen, sagt Schauhin : „Die meisten empfehlenswerten Apps sind nicht kostenlos erhältlich!“ Denn neben der Bezahlung mit persönlichen Daten haben die Kids auch noch In-App-Käufe oder Werbung auf der Scheibe. Die Stiftung Warentest und jugendschutz.net haben aktuell 50 über­wiegend kostenlos angebotene Smartphone- und Tablet-Spiele für Kinder unter die Lupe genommen. Fazit: „Im Jahr 2016 brachten Spiele-Apps in Deutsch­land einen Umsatz von fast 410 Millionen Euro. Nur 17 Millionen davon stammen aus dem Verkauf der Apps. Den großen Rest verdienen die Anbieter später – unter anderem mit Käufen, die Nutzer während des Spiels tätigen.“

Bildschirmfoto 2017-07-20 um 18.04.47

„Nur 8 der 50 getesteten Apps unterliegen dem vergleichs­weise strengen deutschen Recht beim Daten­schutz“, so Stiftung Warentest weiter. Auch Schauhin weist in ihrem Artikel „Klein, bunt, mobil“ auf einige Stoplersteine bei Kinder Apps hin:

  • Werbung (fehlende Kennzeichnung oder fehlende Trennung von redaktionellen und werblichen Inhalten)
  • In-App-Käufe und Kostenfallen (durch künstlich erzeugten Spieldruck Aufforderung zum Kauf von z.B. virtuellen Gütern, Abofallen)
  • Bedenkliche Inhalte (externe Verlinkungen zu ungeeigneten Seiten oder Apps, Social Media Verknüpfungen)
  • Datenschutz (Viele Berechtigungen, Zugriff auf persönliche Daten mögliches Nutzertracking)

Also was nun? Es gibt seriöse Datenbanken, bei denen man Apps für Kinder findet. Z.B. beim Deutschen Jugend Institut oder bei der Plattform Handysektor. Hier werden Apps getestet. Wer sich nicht sicher ist, ob die App später Stress macht, kann den App-Alarm auslösen. Oder wie auf dem Foto der Plakataktion von Medienknigge: „Ab ins Real Life!“

 

 

 

Neue Pisa Studie: Die Rolle von Schulen, Lehrkräften und Eltern bei der Bekämpfung von Mobbing

Neue Pisa Studie zum Wohlbefinden von Schüler_innen in Schulen

Der dritte von insgesamt fünf Bänden der PISA-Studie (PISA = Programme for International Student Assessment. ) befasst sich mit dem Wohlbefinden von Schüler_innen (SuS) im Alter von 15 Jahren aus 72 Ländern (530 Seiten, 2017). Untersucht wurde eine Reihe von Indikatoren, die sowohl negative Ergebnisse abdecken (z. B. Angst, schlechte Leistung) als auch positive Impulse, die eine gesunde Entwicklung fördern (z. B. Interesse, Engagement, Motivation). Results (Volume III): Students‘ Well-Being, OECD Publishing, Paris.

pexels-photo-219003 (1)

Von den deutschen Medien werden Phänomene wie Mobbing aus der Studie herausgetrennt und in den Vordergrund gestellt. Das ZDF überschreibt ihren PISA-Beitrag z.B. mit „Mobbing: Schule für viele ein „Ort der Qual“. Wenn man der Bild-Zeitung glauben darf, dann bezweifelt der Präsident des Deutschen Lehrerverbands, Josef Kraus, grundsätzlich den Wert der Untersuchung und forderte die ersatzlose Streichung der PISA-Studie.

Die PISA-Studie unterscheidet ihrer Untersuchung nicht zwischen Cybermobbing und konventionellem Mobbing (engl. Bullying), sondern zwischen relational, verbal und physischen Arten des Mobbings.

Bildschirmfoto 2017-04-20 um 11.13.10

„Bullying at school can have long-lasting consequences for students’ (both victims and bullies) psychological well-being.“ (OECD 2017, S.133) Jugendliche, die als Akteure, Opfer oder beides in Schulmobbing involviert sind, fehlen häufiger in der Schule (Absentismus) und haben häufiger schlechtere Schulabschlüsse als Schüler_innen, die keine konfliktbelastenden Beziehungen zu ihren Peers haben (Konishi et al., 2010; Townsend et al., 2008). Bei Mobbern wie auch bei Mobbingopfern ist es wahrscheinlicher, dass sie Symptome von Depressionen und Angstgefühle zeigen, sie haben weniger Selbstwertgefühl, fühlen sich häufiger einsam, verändern ihre Essgewohnheiten und verlieren nicht selten Interesse an Aktivitäten (Haynie et al., 2001; Kochel et al., 2012; Striegel-Moore et al., 2002). Um weitere Bloßstellungen durch den Mobber zu reduzieren, verzichten Betroffene häufig darauf neue Freunde zu finden und verpassen damit die Chance besser unter den Klassenkameraden integriert zu sein (Juvonen and Graham, 2014). So beginnt die sogenannte Mobbingspirale (Olweus 1991). Diese Auffälligkeiten können, laut Pisa Studie, negative Langzeiteffekte bis ins Erwachsenenalter haben, z.B. im späteren Arbeitsleben (Drydakis, 2014).

Bildschirmfoto 2017-04-21 um 17.41.25

Die konkreten Zahlen der Studie: Hier schneidet Deutschland (15,7% Mobbingfälle) im Vergleich z.B. mit skandinavischen Ländern (DK 20,1%, FIN 16,9%) etwas positiver ab (OECD Durschnitt 18,7%). In der Kategorie „ein paarmal pro Monat“ relativieren sich die Zahlen stark nach unten. 2015 wurden in D 1,7% von ihren Mitschüler_innen bedroht und 2,3% geschlagen oder geschubst (konventionelles Mobbing, wenn absichtlich und über einen längeren Zeitraum), Gerüchte verbreitet wurden über 7,3% der betroffenen SuS (verbales Mobbing). Die Dunkelziffer liegt hier sicherlich höher. Die Pisa Zahlen liegen im Vergleich zu anderen Studien von konventionellem Mobbing eher im oberen Bereich, was wahrscheinlich mit dem Alter der Probanden (15 Jahre) zu tun hat. Angaben bei Kowalski & Limber (2013), Olweus (2012) oder der JIM Studie (2016) schwanken zwischen 8 und 17,6 % bei Mobbingopfern. Daraus lässt sich schließen, dass es hier in den letzten 5 Jahren keine deutlichen Steigerungen vollzogen haben.

Cybermobbingzahlen wurden nicht gesondert erfasst, was die Einschätzung der Pisa-Studie nicht leicht macht, da Jugendliche heute kaum noch zwischen Online- und Offline Lebenswelten unterscheiden. Die Höhe der konventionellen Mobbingfälle ist im Vergleich zu Cybermobbingfällen 2-3 mal höher (Olweus 2012). In Deutschland gab es bei den 9 – 16-Jährigen 5% Cybermobbing-Betroffene und 3% Cybermobber/-innen, wie der EU Kids Onlinestudie aus 2011 zu entnehmen ist.

Überraschend konkret wird die PISA-Studie bei den Lösungsvorschlägen. Die PISA Verantwortlichen schreiben den Schulen eine klare Rolle in der Medienbildung und Cybermobbingprävention zu. „What emerges clearly from the PISA data, however, is that schools must do more to foster an environment of safety, tolerance and respect for children.“ (OECD 2017, S.7) „Schulen können Möglichkeiten für SuS kreieren, um das Internet verantwortlicher zu nutzen und sollen klare Präventionsprogramme einführen um Cybermobbing entgegenzutreten!“ (OECD 2017, S.6) Die Pisa Autor_innen schlagen vor, dass „Anti-Mobbing Programme Trainingseinheiten für Lehrkräfte beinhalten müssen, die konkret vorbereiten auf den Umgang mit Mobbingfällen und Strategien beinhalten, um sich mit betroffenen Eltern zu beraten. (OECD 2017, S.241)“

Einen realistischen Blick zur digitalen Kompetenz von Lehrkräften liefert der Vorsitzender des Deutschen Philologenverbandes (DPhV) Heinz-Peter Meidinger  „Ich finde, man kann Lehrern keinen Mangel an Kompetenz vorwerfen, wenn es sowohl an Materialausstattung als auch an Fortbildungen mangelt.“

Das warten auf die geeignete Fortbildung hilft auch den betroffenen SuS wenig. PISA weiter: „Pädagogen können Aggressionen und Schikanen reduzieren, indem sie ein Klima von Unterstützung und Empathie innerhalb und außerhalb des Klassenraums kreieren“ (Espelage et al., 2013; Goldweber, Waasdorp and Bradshaw, 2013; Johnson, 2009). Anstatt die Risikofaktoren beim Mobbing zu ignorieren (z.B. sozio-ökonomischen Ungleichheiten) könnten Lehrkräfte die Mobbingfaktoren bestimmen, die evtl. das Wohlbefinden bei den gefährdetsten SuS verhindern. (OECD 2017, S.240) „Fachkundige Intervention durch Lehrkräfte (in D auch Schulsozialarbeiter_innen) kann den Einfluss von Peers stärken und zu einem positiven Ende des Mobbings führen (ebd.S.185).

Die Resultate der PISA Studie bedeuten für die Politik (ebd.S.185):

  • Entscheidungsträger müssen mehr Ressourcen zur Verfügung stellen, um effektive Anti-Mobbing Strategien in Schulen einzuführen und den Austausch darüber zu fördern.
  • Lehrkräfte brauchen mehr Sensibilisierung für die nicht-körperlichen Formen von Mobbing. Eine klare Nulltoleranzstrategie bei jeglicher Form von Mobbing ist ebenso erforderlich wie das positive Vorbild der Lehrkraft beim Umgang mit Gewalt im Klassenraum.
  • Anti-Mobbing-Präventions-Module in der Aus- und Fortbildung der Lehrkräfte sind unumgänglich.
  • Schulleitung, Lehrkräfte und SuS müssen im Klassenraum zusammenarbeiten, um die Verbreitung von Mobbing zu reduzieren.
  • In einer ganzheitlichen Schulpräventions- und Interventionsstrategie ist, durch die Unterstützung von Opfern, die Auseinandersetzung und Kommunikation mit Mobbern und klaren Regeln im Klassenraum, jede/r verantwortlich für das Wohlbefinden der SuS .
  • Mobbing Präventionsprogramme sollten Bewusstsein für ihre besondere Unterstützer- und Vermittlerrolle bei Eltern schaffen, anstatt sie nur als unbeteiligte Zuschauer zu behandeln. „Nur“ 46% der Eltern von gemobbten Kindern berichten, dass sie sich mit Lehrkräften über Ideen bei der Reaktion auf Mobbingvorfälle oder Erziehungsfragen ausgetauscht haben (OECD 2017, S.147).

Fake-to-Fake

In öffentlichen Debatten geht es mittlerweile weniger um den Wahrheitsgehalt, sondern vielmehr um die „Mobilisierung von Affekten“ mittels der Nutzung von Halbwahrheiten oder Lügen. Die ARD betreibt jetzt sogar ein Onlineportal zur Entlarfung von Falschmeldungen. Der Digitalverband Bitkom hält das ganze eher für ein „Zensurmonster“ im Vorwahlkampf. Dr. Rohleder (Bitkom): „In der aktuellen Diskussion werden Themen wie Fake Follower, Fake News, Hatespeech oder Social Bots wild durcheinander geworfen.“

Aber was halten Jugendliche davon? Den Gerüchten im Netz widmet sich eine aktuelle Studie aus Österreich.

Das Dilemma besteht darin, dass gerade jene Medien, denen die Jugendlichen am wenigsten vertrauen (Nur 10% vertrauen Infos aus Facebook und Co. bzw. YouTube) zu ihren wichtigsten Informationsquellen gehören. „Rund 6 von 10 (14-18 Jahre) gehen davon aus, dass ein großer Teil dessen, was man in den sozialen Medien zum Tagesgeschehen findet, unwahr ist. Das Dilemma löst man damit, dass man Nachrichten als eine andere Form der Unterhaltung betrachtet (mithin ein typischer Aspekt des „Postfaktischen“), was die Frage nach wahr und falsch obsolet macht.“ (Gerüchte im Web, Institut für Jugendkulturforschung, 12/2016).

Was tun?

Das Referat Medienpädagogik am LI Hamburg gibt zu diesem Thema eine Checkliste zur Bewertung von Internetquellen für Schüler_innen heraus. Mit 10 Fragen kann man einschätzen, ob eine Seite vertrauenswürdig ist und qualitativ ansprechende Informationen liefert. Ist aber eher nicht jugendrelevant, da dies niemand außerhalb des Klassenzimmers je anwenden wird.

Da Jugendliche Videos und Bildern mehr Vertrauen schenken als dem geschriebenen Wort, schlägt Handysektor.de die Rückwärtssuche bei Google und Youtube vor. Man bekommt dann weitere Quellen oder evtl. auch zeitlich zurückliegende Angaben, die Fake oder Truth schnell beantworten.

Die Bundeszentrale für politische Bildung hat eine Linksammlung zu den Themen Fake News und Hate Speech bereitgestellt.

 

Smartphone in der Schule? JIM – Studie 2016 erschienen

Im Rahmen der JIM-Studie 2016 wurden Zwölf- bis 19-Jährige in Deutschland zu ihrem Medienumgang unter anderem im Hinblick auf Hausaufgaben, Lernen und Schule befragt. Nicht überraschend ist die Steigerung beim Smartphonebesitz in den letzten vier Jahren. Hatten 2012 nur 28% der 12-13-jährigen ein smartes Telefon, so sind es 2016 schon 91% (Marken: Samsung 43%, iPhone 26%, Huawei 6%). In dieser Altersgruppe finden wir die stärksten Zuwächse. Gut 60% der Zwölf-Jährigen haben eine Internetflat auf ihrem Smartphone. 92% dieser Altergruppe nutzen Whats-App, aber nur noch 8% soziale Netzwerke wie Facebook.

bildschirmfoto-2016-12-05-um-17-00-04

2016 blickt die Studie u.a. auf die Schule und ihre Haltung ggü. den „mobilen Ferraris“ in den Schulranzen der Kids. Mit 94 Prozent dürfen fast alle Befragten ihr Handy mit in die Schule nehmen, dort ist die Nutzung dann aber sehr unterschiedlich reglementiert. Ein Drittel der Befragten darf das Handy in der Schule nur in den Pausen nutzen und nur 22 Prozent der Schüler dürfen ihr Handy gezielt im Schulunterricht für den Unterricht einsetzen. Mit zunehmendem Alter der Schüler werden ihnen diesbezüglich mehr Möglichkeiten eingeräumt: Bei den Zwölf- bis 13-Jährigen darf nur jeder Zehnte das Handy im Unterricht für den Unterricht nutzen, bei den volljährigen Schülern sind es immerhin 45 Prozent. „Sie können Experimente aus dem Chemieunterricht filmen oder in Zeitlupe ihren Anlauf für den Hochsprung ansehen. Im Englischunterricht lauschen sie Podcasts von Muttersprachlern. Ein kranker Klassenkamerad bekommt per E-Mail ein Foto der letzten Tafelzeichnung.“ (welt.de)

 

bildschirmfoto-2016-12-05-um-17-02-35

Der Pokemonsommer ist vorbei – Jetzt gelten wieder die alten Regeln!

Beim Thema Internet springen die Schutzinstinkte vieler Eltern gar nicht an. 56% der 6- bis 14-jährigen Kinder nutzen das Internet ohne „Aufsicht“. 51% der Eltern haben keine Regeln, wie lange ihr Kind das Internet nutzen darf. Ich habe mir das mal für den Straßenverkehr als Vergleich vorgestellt. Ohne Vorerfahrung und ohne Helm schicken sie ihr Kind mit einem Skateboard auf die Autobahn. „Meine Süße, wir sehen uns dann später!“ Da würde man doch erst mal schlucken. Und dann vielleicht erst mal im Hinterhof üben oder sogar auf einen Verkehrs-Übungsplatz fahren. Rot heißt Stopp. Kinder fahren auf dem Bürgersteig und dürfen erst ab 12 Jahren im Auto vorne sitzen. Eltern müssen sich selber fit machen.
bildschirmfoto-2016-09-22-um-20-24-37

Chatten, Teilen, Schützen!

Kindheit mit NetzSieben Schlüssel für Eltern heisst eine Veröffentlichung des bmfsfj aus Berlin. Diese Schlüssel klingen vertraut, wie z.B.: Vorbild sein, Regeln vereinbaren oder Interesse zeigen. Das ist aber für viele gestresste Doppelverdiener oder auch noch gestresstere Alleinerziehende eine Herausforderung. Fachlich wird es dann bei Privatsphäre lernen, Achtsam bleiben (Guthaben ist alle), Zur Seite stehen (Mir ist da was passiert). Richtig praktisch sind Tipps wie: „Eigene Filme und Fotos zu erstellen und hochzuladen ist leicht. Wie’s geht, lernen Kinder auf den kreativen, sicheren und redaktionell betreuten Seiten juki.de (Videos) und knipsclub.de (Fotos).“
bildschirmfoto-2016-09-22-um-20-38-43
Im neuen Scout-Heft der MAHSH zum Thema „Wie Grundschüler das Medien-ABC lernen!“ finden sich viele Ideen und Erfahrungsberichte von Schulen, die Medienbildung konkret umsetzen. Dazu ein Zitat aus dem Forschungsprojekt „Medien in der Grundschule“:
bildschirmfoto-2016-09-22-um-20-48-53