MUT IM NETZ – für mehr Zivilcourage bei der digitalen Kommunikation

Die BERTINI-Initiative MUT IM NETZ – für mehr Zivilcourage bei der digitalen Kommunikation – startet  Projekte mit vier Hamburger Schulen.

Gemeinsam mit Expert_innen sollen Ideen z. B. gegen Cybermobbing und Gewalt in der Kommunikation per Smartphone und Internet von und mit Schüler_innen entwickelt werden. Der Profilkurs Mediengesellschaft des Kurt-Körber Gymnasiums hat dazu einen Seminartag mit dem Titel „Du kannst was bewegen“ gestaltet und dazu Expert_innen von der MAHSH, des LI’s, NDR, TAZ Nord und einige mehr eingeladen. Erste Ergebnisse auf dem Schülerblog. Erste Ergebnisse sind hier bereits zu sehen.
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Ein Projekt der Bundeszentrale für politische Bildung versucht dem Thema Cybermobbing mittels Befragungen auf die Spur zu kommen und es so für Schüler_innen bearbeitbar zu machen.

Screenschot www.bpb.de

Screenschot http://www.bpb.de

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Der Krieg in den Medien!

„Die wenigsten Menschen haben den Krieg selbst erfahren. Ihre Vorstellung vom Krieg wird vor allem durch Medien geprägt“, so schreibt die Bundeszentrale für politischen Bildung (bpb). „Fast jedes Medium fand nach seiner Erfindung auch unmittelbare Verwendung im Zusammenhang mit dem Krieg.“ Die jeweiligen Medien unterscheiden sich indem, was sie von der Realität wiedergeben, sowie auch in ihrer Wirkung auf den/die Betrachter_in. „Daher ist es ein Unterschied, ob man einen Text über ein Kriegsgeschehen liest, ein Bild hierzu betrachtet oder einen Film darüber sieht.“ Quelle bdp

Kriegsbilder wirken ewig!

Kriegsbilder wirken ewig! Atombombenabwurf mit einer Boeing B-29 Superfortress auf Nagasaki am 9. August 1945. Lizenziert unter Public domain über Wikimedia Commons.

Die Politik braucht Medien, um die Öffentlichkeit zu einer Akzeptanz für ihre Vorhaben zu bewegen. Wie z.B. die aktuellen Waffenlieferungen an die Kurden. Man entdeckt Titel wie „Nur die Linke und einige Grüne gegen Waffen für Irak“ oder „Deutschland schickt Kriegsgerät für 4000 kurdische Kämpfer in den Nordirak.“ Das ZDF-«Politbarometer» berichtet von einer Mehrheit gegen die Waffenlieferungen von 67 Prozent in der deutschen Bevölkerung.
Wer klare Informationen zu Kriegen sucht, wird bei diesem Kartenlayer der bdp fündig. Hier werden u.a. Kriege und gewalttätige Konflikte in vier Kategorien unterschieden und weltweit dargestellt.

Neben den „realen“ Bildern im Nachrichtenformat gehört in diese Kategorie auch das Thema Computer(kriegs)spiele. Wenn Gewaltprobleme von Jugendlichen medial aufgemacht werden, folgt häufig unmittelbar der Ruf nach einem Verbot der sogenannten „Killerspiele“. Ob und wie gewalthaltige Computerkriegsspiele wirken, ist jedoch unter Forschern höchst umstritten. Mehr …

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Screenshots eines Windows games von Wikipedia, the free encyclopedia

Zahlreiche dieser Spiele zeichnen sich auch dadurch aus, dass mit Waffen gespielt wird, die ihren realen Vorbildern in Aussehen, Wirkung und Klang entsprechen. Dazu mehr unter Gestaltungselemente von Computer(kriegs)spielen.

WhatsNu?

Whatsapp ist nun unter einem Zuckerberg begraben. Natürlich wird alles so bleiben wie bisher. Aber die Digital Natives fliehen wie die Mücken zum Licht. Also WhatsNu? Auf der Webseite Internet-ABC findet sich ein sehr guter Überblick über die Kriterien zur Beurteilung der möglichen Alternativ-Messenger:

  • Ende-zu-Ende-Verschlüsselung
    Diese Art der Verschlüsselung soll sicherstellen, dass die verschickte Nachricht beim Absender verschlüsselt und erst beim Empfänger entschlüsselt werden.
  • Die Art der Verschlüsselung
    Die Verschlüsselung selbst sollte nicht veraltet und damit unsicher sowie nach Möglichkeit nicht geschlossen sein, damit sie überprüfbar ist. Dagegen wird allerdings argumentiert, dass eine Verschlüsselung besser sei, wenn kaum jemand sie kenne.
  • Die Vertrauenswürdigkeit der Firma, die den Dienst anbietet
    Letztendlich laufen – ob verschlüsselt oder nicht – bei den genannten WhatsApp-Alternativen alle Nachrichten über den Server der Anbieter.

Einen eingeschränkten Test der Messenger bietet zur Zeit die Stiftung Warentest. Sie empfiehlt ausschließlich den Schweizer Dienst Threema. In den letzten Wochen sind dort die Nutzerzahlen schon um 300.000 Nutzer gestiegen. Eine Satirewebsite hatte umgehend den Verkauf von Threema an Google gemeldet. Kritik an dieser Ausschliesslichkeit von Stiftung Warentest kommt z.B. von einem Redakteur der Nordhessen Rundschau, er reagiert auf die Ausgrenzung des Blackberry Messengers, den er für wesentlich sicherer hält. Heise Online setzt neben Threema noch Apples iMessage als sichere Alternative gegen WhatsApp oder den Facebook Messenger. Kriminologe Thomas-Gabriel Rüdiger entdeckt beim Messenger Kik noch die Gefahr der Attraktivität für Sexualtäter, denn bei Kik (100 Mio. Nutzer) kann anonym ohne Angabe der Handynummer kommuniziert werden.

Der Brüller zum Schluss, NDR Extra3 hat sich dem Thema ebenfalls mit einem Clip gewidmet:

Naschisperre für Justin an Kontroller 3! Was die XKiste one so alles kann!

Der größte Werbemarkt der Welt ist laut Spiegel Online immer noch das Fernsehen. Warum also nicht dort ein bisschen mehr Daten sammeln? Die neueste Spielkonsole unter dem Tannenbaum 2013 nennt sich XBox one. Mit dem allseits bekannten MS Kinect System kann nach Installation beobachtet werden, wer wann vor dem Fernseher hockt, wer bei welchem Spot wegschaut, lacht, gähnt – oder das Zimmer verlässt.

Xbox-Marketingchef Yusuf Mehdi sagt: „Das kann weder Google, noch Apple, noch Amazon oder Sony. Es weiß, wer Sie sind, was Sie wollen und wie Sie es wollen“, so Christian Stöcker bei Spiegel Online. „Wenn die Nutzer die Xbox One tatsächlich so verwenden, wie Microsofts Vision das vorsieht, als Universalfernbedienung (also auch für Windows-Betriebssyteme, Windows-Tablets und Windows-Handys), dann könnte das Gerät der mächtigste Datensammler werden, den die junge Datensammlerbranche je gesehen hat“, so Stöcker weiter.

Ich würde sagen, es wird langsam eng für die Realos mit Brettspielen und Festnetztelefon, Kofferradio und Röhrenfernseher. Demnächst gibt es auch Sofas mit USB Anschluss, so dass automatisch das Körperfett und der Blutzuckerspiegel gemessen wird. Ich freu mich schon auf den Hinweis: „Naschisperre für Justin an Kontroller 3, sonst Speedreduzierung und Panzerfaust eingefroren!“ „Oder gibt’s das schon?“

Yes we (s)can! Verschlüsseln, Anonymisieren, Verstecken

„Ja, das war doch klar!“, sagen zur Zeit viele, wenn sie auf den Abhörskandal von der NSA angesprochen werden. Was bedeutet das denn eigentlich? Es werden Petitionen geschrieben, wie zum Beispiel unter antiprism.eu, die von einer „echten Gefahr für das Menschenrecht auf freie Rede und Privatsphäre und damit für die Grundfesten unserer Demokratien“ sprechen. Interessanterweise wird gerade auch massenweise neue Software angeboten. Ich würde sagen ein ideales Geschäft für alle, die gerade zufällig etwas zum Selbstschutz im Netz anbieten. Motto: „Verschlüsseln, Anonymisieren, Verstecken, da bin ich dabei!“ Der Landtagsabgeordnete Wolfgang Dudda (Piraten-SH) hat gerade eine Strafanzeige gegen unbekannt eingereicht. Er will damit checken, ob die Überwachung der NSA auch in Deutschland stattfindet. Voll der Fuchs der Dudda? Für deutsche „Kooperationspartner“ würden dann das Telekommunikationsgeheimnis und das Bundesdatenschutzgesetz gelten, die das Abhören von Meta- und Kommunikationsdaten ohne gesetzliche Grundlage verbieten. Mehr dazu bei Spiegel Online.

Screenshot aus antiprism.eu

Screenshot aus antiprism.eu

Eine interessanter Beitrag auch von Monster-Blogger Sascha Lobo, der die Aussagen von Herrn Profalla (CDU) einer zweiten Analyse unterzieht. Profalla sagte u.a.: „Der Datenschutz wird von den deutschen Nachrichtendiensten zu 100 Prozent eingehalten. Es gibt keinen einzigen Fall, es gibt keinen einzigen Hinweis, der darauf hindeutet, dass der Datenschutz nicht hinreichend berücksichtigt wird.“  Mehr dazu hier. Nachdem die Bundesregierung nun einige Kritik einstecken musste, schlägt sie zurück. Sinngemäß lautet die Aussage: „Es ist zwar ein Skandal, aber wir sind nicht Schuld!“, denn der Herr Steinmeier von der SPD hat den Vertrag schon 2002 unterschrieben. Genaueres hier.

Was also tun als Mensch mit Geheimnissen? Links antäuschen und dann rechst verschlüsselt vorbeiziehen? Dazu Peter Gotzner von Spiegel Online: „Lässt sich nicht direkt feststellen, von wem Daten kommen, schneidet die NSA vorsorglich mit!“

Papa und Bruder helfen beim 1. Schuss

Neue LfM-Studie vorgestellt: Computerspiele(n) in der Familie

Kinder spielen immer früher mit dem Computer – Vätern kommt beim Thema Videospiele eine besondere Vorbildfunktion zu. (Ja, wenn Sie das mal merken würden ;-))

Kinder beginnen immer früher mit dem Computerspielen. Das Einstiegsalter der heutzutage Fünf- bis Achtjährigen wird sich künftig wahrscheinlich noch weiter nach vorn verschieben und damit Medienaufsicht und Jugendverbände vor große Herausforderungen stellen. Das zeigen Ergebnisse der Studie der Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen (LfM) zum Thema „Computerspiele(n) in der Familie. Computerspielesozialisation von Heranwachsenden unter Berücksichtigung geschlechtsspezifischer Aspekte“. Danach haben heute bereits viele Spielerinnen und Spieler im Vor- und Grundschulalter ihre ersten Erfahrungen mit Computerspielen gesammelt, wobei die Jungen tendenziell früher mit dem Spielen beginnen als die Mädchen.

Fast immer sind es männliche Bezugspersonen wie Vater, Onkel oder Cousin, die den Kindern den Weg in die Spielewelt zeigen – Mütter oder Schwestern spielen dabei kaum eine Rolle. Viele der Befragten berichten, dass ihre Computerspielenutzung nur wenig von den Eltern reguliert werde – ein Befund, der deutlich von anderen Studien abweicht. Solange schulische Verpflichtungen erledigt würden, scheint kein Regulierungsbedarf zu bestehen. Während die Väter die Tür zu den Spielen öffnen oder für ihre Kinder im Hinblick auf das Computer   spielen als Vorbild fungieren, sind es in vielen Fällen die Mütter, die den Hauptanteil der (Medien-)Erziehungsarbeit leisten.

Die Studie „Computerspiele(n) in der Familie“ steht auf der LFM Seite zum Download bereit.

Früher gab es auch noch SchülerVZ!

Frei nach der D-Wiese „„Du sollst neben mir keine anderen Götter haben.!“ zeigt die neue JIM-Studie 2012, dass es nur das göttliche „Gesichtsbook“ gibt. SchülerVZ ist trotz super Datenschutzrichtlinien megaout.

JIM-Studie 2012

JIM-Studie 2012

57 Prozent der 12-19 jährigen Jugendlichen besuchen die eigenen oder fremden Profile im Netzwerk täglich. Dies belegen die Ergebnisse der JIM-Studie 2012 (Jugend, Information, (Multi-) Media), die gerade der Öffentlichkeit präsentiert wurde.
 Die am häufigsten genutzten Funktionen innerhalb einer Community sind das Verschicken von Nachrichten und das Chatten mit anderen Mitgliedern des Netzwerks. Erfreulich ist, dass inzwischen 87 Prozent der Nutzer von Communities ihre Profildaten mit der Privacy-Option vor einem öffentlichen Zugriff schützen, im Vergleich zum Vorjahr ein erneuter Anstieg um acht Prozentpunkte. Allerdings ist gleichzeitig die durchschnittliche Anzahl der Freunde in der Community auf nunmehr 272 angestiegen (2011: 206 Freunde), so dass die Privatheit hier relativ zu bewerten ist.

JIM Studie 2012

JIM Studie 2012

Was die Sicherheit und den Schutz der, in der Community hinterlegten persönlichen Daten angeht, so fühlt sich hier nur ein Zehntel der Jugendlichen sehr sicher. Im Vergleich zum Vorjahr hat das Vertrauen in die Communities bei den Jugendlichen abgenommen. 2011 hatten noch zwei Drittel ein sehr gutes bzw. gutes Gefühl, 2012 sind es nur noch 54 Prozent, die sich mit ihren Daten im Netzwerk gut aufgehoben fühlen.